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Facharzt für Orthopädie u. orthopädische Chirurgie
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Neue Operationsmethode - Auf dem Weg zum orthopädischen Autopiloten


Der Orthopädie-Facharzt Thomas Paszicsnyek konnte heuer die erste Computer- und Roboterunterstützte Implantation eines Kniegelenks in Österreich durchführen. Der nächste Schritt wird die Sensorik sein.

Quelle Kleine Zeitung - von Ulf Tomaschek -  11.00 Uhr, 08. Dezember 2021
Erika Eder aus St. Stefan im Rosental hat mittlerweile zwei Hüftoperationen hinter sich. 2020 war die linke an der Reihe, 2021 die rechte. Bereits einen Tag nach der ersten Operation war sie davon überzeugt, sich so bald wie möglich auch an der zweiten Hüfte operieren zu lassen. "Um 9 Uhr wurde ich operiert, um 18 Uhr bin ich bereits ohne Krücken aufgestanden, und sechs Wochen nach dem Eingriff habe ich schon wieder Golf gespielt", erzählt die Krankenschwester.

Operiert hat sie Dr. Thomas Paszicsnyek

Der Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie ist auch seit 20 Jahren weltweit für Prothesenhersteller als Lehrer und Trainer tätig - von Amerika über Europa bis Asien. Im Jahr 2009 hat ihn die englische Firma Corin, das weltweit führende Unternehmen in der digitalen Orthopädie, angesprochen – und Paszicsnyek wurde Mitglied einer Entwicklungsgruppe für eine neue Knieprothese. "Das war mein Einstieg in die Entwicklungswelt", erinnert er sich. 2016 hat Paszicsnyek dann begonnen, selbst zu entwickeln, und zwar in Zusammenarbeit mit der Universität Brüssel und seit 2020 auch mit der Technischen Universität Graz.

robotic operation
Thomas Paszicsnyek ist österreichweit die erste computer- und roboterunterstützte Implantation eines Kniegelenks gelungen 

Die Stichworte dieser Entwicklungen lauten Robotik (ab 2009) und Sensorik (ab 2016). Digitale Unterstützung bei orthopädischen Eingriffen habe es aber schon zuvor mit der intraoperativen Navigation, also der computerunterstützten Operation gegeben, erklärt Paszicsnyek und vergleicht die Entwicklung in der Orthopädie mit der Entwicklung der Navigation in der Automobilbranche. "Zunächst hat es zur Orientierung eine Landkarte, einen Autoatlas gegeben, dann die Navigation, in weiterer Folge das teilautonome Fahren und als letzten Schritt der Entwicklung den Autopiloten." Umgelegt auf die Orthopädie bedeute dies das Röntgen, gefolgt von der intraoperativen Navigation, der Robotik und schließlich der Sensorik. Paszicsnyek: „Auf diesem Gebiet werden wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine Revolution erleben.“

Österreichische Pionierleistung

Aber während die Sensorik noch Zukunftsmusik ist, konnte Paszicsnyek am 29. April 2020 in der Klinik Graz-Ragnitz mithilfe des Omni-Robotiksystems der Firma Corin die erste computer- und roboterunterstützte Implantation eines Kniegelenks in Österreich durchführen: "Der 77-jährige Patient konnte nach drei Tagen das Krankenhaus verlassen, das Knie bis 100 Prozent abwinkeln und mühelos ohne Krücken gehen." Als großen Vorteil sieht der Orthopäde auch, dass diese Operationsmethode für den Patienten individuell die beste Einbaumöglichkeit für "Prothesen von der Stange" ist.

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Der Patient wird vor der Operation vermessen. Die Muskelaktivität, das Gangbild, die Koordinationsfähigkeit: All diese Daten fließen in den Prothesentyp ein. Sämtliche Daten sind in einem kleinen Messgerät gespeichert, das während des Eingriffs in der Prothese bleibt und erst danach entfernt wird.

Den Nutzen sieht Paszicsnyek gleich auf mehreren Ebenen: „Es sind weniger Instrumente bei gleicher Operationszeit nötig, und das System ist für jeden Operateur sowie jeden Prothesenhersteller geeignet. Es entstehen keine Sterilisationskosten, und das Spital braucht weniger Lagerfläche, weil die Prothese schon im Vorhinein feststeht.“

Für den Patienten lägen die Vorteile auf der Hand, meint der Orthopäde: „Er kann bereits einen Tag nach der OP ohne Krücken aufstehen, ist schneller wieder im Beruf beziehungsweise braucht als alter Mensch weniger Pflege. All das bringt auch volkswirtschaftliche Einsparungen mit sich, denn diese Operationsmethode ist für die Allgemeinheit wesentlich billiger.“ Nicht eingespart werden könne allerdings (noch) der Operateur, erklärt Paszicsnyek schmunzelnd.


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