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Operative Techniken der Knorpeltherapie      

1. Anbohrung/Micro fractures

Eine Methode, die bereits seit vielen Jahren zum Therapiestandard gehört, ist das Anbohren von Knorpeldefekten. Durch viele Studien ist bewiesen, dass durch die Anbohrung des Knorpeldefekts sich zumindest eine Narbe in diesem bilden und so zu einer Schmerzreduktion führen kann. Nach dem selben Prinzip arbeitet die Technik der sogenannten „micro-fractures“, also oberflächliche Haarrisse, die im Defekt gesetzt werden um einen ähnlichen Mechanismus wie beim Anbohren in Gang zu setzen. Bei diesen Techniken sind einerseits die Durchblutung und somit das Alter ein wesentlicher limitierender Faktor, andererseits ist diese nur bis zu einer Größe von knapp 1 cm 2 sinnvoll.

2. Mosaik Plastik

Eine neuere Methode, die Anfang der 90er Jahre vom ungarischen Kniechirurgen Hangody entwickelt wurde ist die Knorpel-Knochen-Transplantation, wo aus Gebieten ungenutzten Knorpels Knochen-Knorpelzylinder in Defekte eingesetzt werden. Diese bereits weltweit angewandte Methode bringt immerhin schon eine Erfolgschance von bis zu 95% mit sich, aber auch hier ist die Größe des Defektes der limitierende Faktor. Es ist zwar möglich Defekte von 2 bis 6 cm2 zu decken, doch die maximale Erfolgschance ergibt sich bis zu einer Größe von 2-3 cm2.

Am Knie wird in einer Gelenksspiegelung (Arthroskopie) zuerst die Knorpeloberfläche inspiziert und für den Knorpeltransfer vorbereitet. Durch einen kleinen Schnitt entnimmt man dann neben der Kniescheibe aus einem Bereich, wo der Knorpel nicht benötigt wird, die benötigte Anzahl von Knorpel – Knochen – Zylindern. Danach werden diese Zylinder in den Defekt eingesetzt. Zusätzlich wird manchmal zur Entlastung des betroffenen Bezirkes eine Achskorrektur durchgeführt, bei der die Hauptbelastungsachse in den gesunden Bereich des Gelenks verlagert wird. Die Operation kann in Vollnarkose oder mit Kreuzstich durchgeführt werde und dauert ca. 1 Stunde. Im Rahmen dieser Operation, die einerseits bei Knorpelschäden am Knie andererseits auch bei Defekten am Knorpel des Sprungbeins mit großem Erfolg angewandt wird, ist jedoch auch eine sehr exakte Nachbehandlung mit Entlastung für 6 Wochen und im Falle einer Operation am Kniegelenk auch eine Achskorrektur zur Entlastung des verpflanzten Knorpels notwendig. Diese Methode die zusätzlich zu den bewährten Operationen (Anbohren, micro-fractures) nun bereits seit längerer Zeit mit sehr gutem Erfolg angewandt wird, wird derzeit bei den meisten Indikationen als der „Golden Standard“ zu bezeichnen.

3. Knorpelzellzüchtung (MACT – Matrixassoziierte Autologe Chondrozyten Transplantation)

Die neuste Therapieform mit derzeit allerdings noch nicht eindeutigen Ergebnissen ist die Knorpelzellzüchtung. Diese Methode wird noch von vielen Gruppen intensiv erforscht und jedes Jahr kommen neue Verbesserungen auf den Markt, so dass in einigen Jahren hier möglicherweise die Standardtherapie jeglicher Knorpelschädigung die Knorpelzellzüchtung sein wird. Derzeit ist als einzige gesicherte Indikation der frische umschriebene Knorpelschaden nach einem Unfall beschrieben. Nach Entnahme von Zellen während einer Arthroskopie wird dieses Material gekühlt in ein Labor transportiert. Dort wird ein Knorpelzellschwamm gezüchtet, der dann in den Defekt eingesetzt werden kann. Die Züchtungszeit beträgt ca. 3 Wochen und die ersten 5-Jahresergebnisse geben zu berechtigter Hoffnung Anlass. Angesichts dieser Fakten ist es verständlich, dass gerade auf diesem Sektor besonders eifrig geforscht und neben den oben genannten Methoden an einer Reihe von alternativen Techniken gearbeitet wird, die alle das Ziel haben, Menschen mit Knorpelschäden ein weniger schmerzhaftes Leben zu ermöglichen und andererseits so lang wie möglich gelenkserhaltend behandeln zu können.

 

 

Praxis - Ordination

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Physiotherapie

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